HausBoden

Der HausBoden e.V. will einen verantwortungsvollen, selbstbewussten und demokratischen Umgang mit kulturellem Erbgut entwickeln, einen Umgang, der sich des Vergangenen annimmt und mit seiner Hilfe Gegenwart und Zukunft gestaltet, einen Umgang, der individuelle und kollektive Identitäten als wesentliche Faktoren der Gesellschaft erkennt und die materiellen und ideellen Bedingungen ihres Werdens und Seins angemessen  respektiert.

Die Arbeit  des Vereins bezieht sich auf die Subjekte der historischen Entwicklung, also auf uns alle. Wir sind es, die die Gesellschaft bilden, wir sind es, die die  Kultur formen und leben, wir sind es, die mit dem  kulturellen Erbe umgehen, es annehmen oder ablehnen, es bewahren und transformieren, und wir sind es, die kulturelles Erbe hinterlassen (haben) und hinterlassen werden.

Gegenstand der Vereinsarbeit sind konkrete Objekte, die Teil des weltweiten  kulturellen Erbgutes sind, ungeachtet der ihnen zugeschriebenen historischen oder kunstwissenschaftlichen Bedeutung. Erstes Projekt und Anstoß für die Gründung des Vereins ist das HausBoden, ein kleines,1890 errichtetes Mehrfamilienhaus in Dresden-Cotta mit samt seinem umfangreichen Interieur. Die Arbeit mit dem HausBoden soll beispielhaft für den Umgang mit kulturellem Erbe vorgenommen werden.

Ja, das Haus bedeutet uns etwas.
Etwas.
Es stellt Verbindung her.
Es ist unzerstörbare Geschichte. Zeitreise. Zeitkapsel.
Irgendwie Ortlosigkeit und doch auch nicht.
Es bedeutet für uns Erinnerung. Diese Erinnerung geht
am weitesten zurück.
Wir können das Haus jetzt noch besuchen.
Es ist ein Überbleibsel aus einer Zeit,
eine Geschichte aus der Vergangenheit, ein Hinweis
auf unser eigenes Altern,
eine Erinnerung an unsere Vergangenheit, das endende Leben.
Wir wissen aber nicht, was es uns genau bedeutet.
Wir waren ja nur zweimal da.
Vor allem ist es Berlin. Fluchtpunkt. Immobilie.
Und es ist die Kindheit von der Frau, mit der wir eine
Weile gelebt haben.
Wär schon schade, wenn's weg wär.
(Aus: Das Haus der Mutter. Eine künstlerische Installation, Dorothea Koch, Museum Neukölln, 22.01.-10.04.2016)